Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie kann Gehirn, Rückenmark und den Sehnerv betreffen.
MS kann sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich zeigen. Deshalb wird sie auch als „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ bezeichnet.
Eine MS-Diagnose bedeutet nicht automatisch einen bestimmten Krankheitsverlauf. Wie sich die Erkrankung entwickelt, lässt sich individuell nicht zuverlässig vorhersagen.

Was Sie hier finden
Schnell zu den wichtigsten Informationen rund um Multiple Sklerose.
MS hat viele Gesichter
Multiple Sklerose kann sich bei jedem Menschen unterschiedlich zeigen. Manche Menschen haben über viele Jahre nur wenige Beschwerden, während andere stärker beeinträchtigt sein können.
Eine MS-Diagnose allein sagt deshalb nicht voraus, wie sich die Erkrankung entwickeln wird.
Jeder Mensch ist anders
MS kann bei jedem Menschen unterschiedlich verlaufen. Beschwerden, Verlauf und Auswirkungen auf den Alltag können sehr verschieden sein.
Der Verlauf ist individuell
Manche Menschen erleben einzelne Schübe mit anschließender Besserung. Bei anderen können Beschwerden langfristig zunehmen.
Viele unterschiedliche Symptome
MS kann unterschiedliche Bereiche des Nervensystems betreffen. Deshalb können auch die Beschwerden sehr unterschiedlich sein.
Eine Diagnose ist keine Vorhersage
Wie sich die MS entwickelt, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Eine individuelle Betreuung ist deshalb besonders wichtig.
Was für einen Menschen mit MS gilt, muss für einen anderen Menschen nicht gelten.
Welche Symptome können auftreten?
Multiple Sklerose kann unterschiedliche Bereiche des zentralen Nervensystems betreffen. Deshalb können auch die Beschwerden sehr verschieden sein.
Manche Symptome sind sichtbar, andere für Außenstehende kaum erkennbar.
Sehen
Sehstörungen können zum Beispiel durch eine Entzündung des Sehnervs entstehen. Möglich sind unter anderem verschwommenes Sehen, Veränderungen des Farbensehens oder Doppelbilder.
Bewegung & Kraft
Muskelschwäche, Steifigkeit oder Lähmungserscheinungen können Bewegungen und das Gehen erschweren.
Gefühl & Empfindung
Kribbeln, Taubheitsgefühle oder andere Missempfindungen können auftreten, zum Beispiel an Händen, Armen oder Beinen.
Gleichgewicht & Koordination
Unsicherheit beim Gehen, Schwindel, Koordinationsprobleme oder Schwierigkeiten bei feinmotorischen Bewegungen können vorkommen.
Fatigue
Fatigue ist eine ausgeprägte, krankheitsbedingte Erschöpfbarkeit. Sie kann sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen.
Denken & Konzentration
Bei manchen Menschen können Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit oder Konzentration beeinträchtigt sein.
Blase & Darm
Auch Blasen- und Darmfunktionen können betroffen sein. Beschwerden können sich zum Beispiel durch häufigen Harndrang oder Entleerungsprobleme zeigen.
Schmerzen & weitere Beschwerden
Auch Schmerzen, Sprach- oder Schluckstörungen, sexuelle Funktionsstörungen und weitere Beschwerden können bei MS auftreten.
Nicht jeder Mensch mit MS hat alle diese Beschwerden. Welche Symptome auftreten, wie stark sie ausgeprägt sind und wie lange sie anhalten, kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Wie entsteht Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dabei kann das Immunsystem Strukturen von Gehirn und Rückenmark angreifen.
Dadurch können Nervenfasern und ihre schützende Myelinscheide geschädigt werden. Die Weiterleitung von Nervensignalen kann dadurch beeinträchtigt sein.
Immunsystem
Das Immunsystem spielt bei der Entstehung von MS eine zentrale Rolle.
Entzündung
Es kommt zu entzündlichen Vorgängen im zentralen Nervensystem.
Myelinscheide
Die schützende Hülle von Nervenfasern kann dabei geschädigt werden.
Nervenleitung
Die Weiterleitung von Nervensignalen kann dadurch verlangsamt oder beeinträchtigt werden.
Nervenfasern kann man sich wie Leitungen vorstellen. Die Myelinscheide wirkt dabei wie eine schützende Isolierung. Wird diese Struktur geschädigt, können Signale zwischen Gehirn, Rückenmark und Körper nicht mehr so zuverlässig weitergeleitet werden.
Was ist ein MS-Schub?
Bei einem MS-Schub treten neue neurologische Beschwerden auf oder bereits bekannte Beschwerden kehren wieder bzw. verschlechtern sich deutlich.
Ein Schub entsteht durch eine neue entzündliche Aktivität im zentralen Nervensystem und kann sich je nach betroffener Region ganz unterschiedlich zeigen.
Neue oder verstärkte Beschwerden
Zum Beispiel können Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Schwäche oder Probleme mit Gleichgewicht und Bewegung neu auftreten oder sich deutlich verstärken.
Mindestens 24 Stunden
Die Beschwerden müssen für mindestens etwa 24 Stunden anhalten, damit man medizinisch von einem Schub sprechen kann.
Abstand zum vorherigen Schub
Zwischen dem Beginn eines neuen Schubs und dem Beginn des vorherigen Schubs müssen mindestens 30 Tage liegen.
Bereits bekannte MS-Beschwerden können sich vorübergehend verstärken, zum Beispiel bei Fieber, einem Infekt oder erhöhter Körpertemperatur. Auch Hitze kann eine solche vorübergehende Verschlechterung auslösen. Dies wird als Pseudoschub bzw. Uhthoff-Phänomen bezeichnet.
Ob tatsächlich ein MS-Schub vorliegt, sollte ärztlich beurteilt werden.
Ein Schub kann sich innerhalb von Stunden bis Tagen entwickeln und Beschwerden können sich anschließend wieder vollständig oder teilweise zurückbilden. Der Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Wie wird MS diagnostiziert?
Eine Multiple Sklerose lässt sich nicht mit einem einzigen Test feststellen. Für die Diagnose werden verschiedene Informationen und Untersuchungsergebnisse gemeinsam betrachtet.
Dabei geht es auch darum, andere mögliche Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.
Neurologische Untersuchung
Ärztinnen und Ärzte untersuchen unter anderem Muskelkraft, Reflexe, Sensibilität, Koordination und Feinmotorik.
MRT
Eine Magnetresonanztomografie kann Veränderungen im Gehirn und Rückenmark sichtbar machen und bei der Diagnose helfen.
Nervenwasser
Bei einer Liquoruntersuchung wird Nervenwasser untersucht. Dabei können Hinweise auf entzündliche Vorgänge im zentralen Nervensystem gefunden werden.
Weitere Untersuchungen
Je nach Situation können Blutuntersuchungen oder weitere spezielle Untersuchungen sinnvoll sein, um andere mögliche Ursachen abzuklären.
Die Diagnose entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Befunde. Kein einzelnes Untersuchungsergebnis beweist für sich allein eine Multiple Sklerose.
Welche Untersuchungen notwendig sind, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell. Die Diagnose von MS erfordert eine sorgfältige neurologische Abklärung.
Wie wird MS behandelt?
Multiple Sklerose kann heute zwar noch nicht geheilt werden, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Erkrankung zu behandeln und Beschwerden zu lindern.
Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Verlaufsform, der Krankheitsaktivität, den Beschwerden und der persönlichen Situation ab.
Schübe behandeln
Bei einem akuten MS-Schub kann eine gezielte Behandlung die Rückbildung der Beschwerden unterstützen.
Krankheitsverlauf beeinflussen
Verlaufsmodifizierende Therapien können darauf abzielen, Krankheitsaktivität und Schübe zu verringern und den weiteren Verlauf günstig zu beeinflussen.
Beschwerden behandeln
Je nach Beschwerden können unterschiedliche medizinische, therapeutische und nicht-medikamentöse Maßnahmen helfen, den Alltag zu erleichtern.
Lebensqualität erhalten
Bewegung, Rehabilitation, Beratung und weitere unterstützende Angebote können dazu beitragen, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten.
Eine MS-Therapie wird gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten an die persönliche Situation angepasst. Dabei können sich Therapieziele und Behandlung im Laufe der Erkrankung verändern.
Auf unserer Seite „Behandlungen“ finden Sie weiterführende Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten der MS-Therapie.
Zu den Behandlungen →MS gehört zum Leben – aber MS ist nicht das ganze Leben.
Eine MS-Diagnose kann viele Fragen und Veränderungen mit sich bringen. Gleichzeitig ist es möglich, den eigenen Alltag aktiv zu gestalten und Lebensqualität zu erhalten.
Was dabei hilfreich ist, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
Bewegung & Aktivität
Bewegung kann dabei helfen, körperliche Fähigkeiten zu erhalten und das eigene Wohlbefinden zu unterstützen. Welche Aktivitäten geeignet sind, hängt von den persönlichen Möglichkeiten ab.
Mit Fatigue umgehen
Fatigue kann den Alltag stark beeinflussen. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Kräften, ausreichend Erholung und eine individuell angepasste Tagesplanung können hilfreich sein.
Austausch & Unterstützung
Gespräche mit anderen Menschen mit MS, Angehörigen, Fachpersonen oder Selbsthilfegruppen können helfen, Erfahrungen zu teilen und Unterstützung zu finden.
Den Alltag gestalten
Beruf, Familie, Freizeit und persönliche Ziele bleiben wichtige Bestandteile des Lebens. Unterstützung kann dabei helfen, den eigenen Weg mit MS zu finden.
Die Multiple Sklerose Gesellschaft Tirol begleitet Menschen mit MS und ihre Angehörigen mit Information, Beratung, Austausch und verschiedenen Angeboten.
Mehr über die MSGT →Du bist nicht allein.
Eine MS-Diagnose kann viele Fragen aufwerfen und manchmal auch Unsicherheit mit sich bringen. Du musst deinen Weg aber nicht alleine gehen.
Die Multiple Sklerose Gesellschaft Tirol begleitet Menschen mit MS und ihre Angehörigen mit Information, Beratung, Austausch und persönlicher Unterstützung.
Fragen klären
Informationen und persönliche Beratung können helfen, die eigene Situation besser zu verstehen.
Unterstützung finden
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Zuversichtlich bleiben
MS kann zum Leben gehören – aber sie muss nicht bestimmen, wie ein Mensch sein Leben gestaltet.
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